Im Hafen von New York

Es glitzert in der Nacht - eine Leseprobe aus Kapitel I/6

Plötzlich leuchten zwei Schweinwerfer auf, und ein Auto kommt angefahren. Es bleibt stehen, kein Motoren-geräusch ist mehr zu hören, es ist still. Zwei Türen gehen auf. Ein Kind steigt auf der einen Seite aus, eine Frau auf der anderen. Sie gehen auf die Hafenarbeiter zu und reden mit ihnen. Einer der Arbeiter zeigt auf ihr Schiff. Trotzki sieht, wie das Kind und die Frau näher kommen.
Da erkennt er sie: Es sind Katharina und die Frau, die er beim Springbrunnen gesehen hat. Katharina trägt einen gelben Pyjama, die Frau ein dunkelblaues Kleid und um den Hals etwas, das glitzert. Sie hat eine Handtasche bei sich. Trotzki kann nicht mehr stillhalten, er bellt.
Jetzt sieht ihn Katharina. Sie bleibt stehen und reibt sich mit beiden Fäusten die Augen. Sie weiss nicht, ob es nur ein Traum ist oder Wirklichkeit. "Hej, du bist es!", ruft sie und rennt zu Trotzki hin. Sie beugt sich zu ihm hinunter, nimmt ihn in die Arme und ruft: "Sieh doch Mama, das ist der Hund, der gebellt hat!"
Ihre Mutter ist jetzt auch beim Schiff angekommen und schaut verwundert auf Katharina und den Hund.
"Das ist unser Trotzki", sagt Eduardo.
"Trotzki heisst du also", sagt Katharina und fährt mit der Hand über seinen Kopf, "und ich bin Katharina."
Natascha und Eduardo reden leise miteinander.
"Mama und ich wollen nach Europa", flüstert Katharina Trotzki ins Ohr.
 

Geschichten

"Erzählst du uns eine Geschichte?", fragt Linnéa.
"Was möchtet ihr hören?", fragt Natascha ihre Grosskinder.
"Von dir, Grossmama", sagt Linnéa und setzt sich neben Elias auf das Sofa.
"Ich erzähle euch Geschichten, die ihr von niemand anderem hören könnt. Angefangen hat alles auf einem Schiff", sagt Natascha und beginnt zu erzählen.

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