Hermann und Dorothea - Leseprobe aus Kapitel IV

Nach meinem zwölften Geburtstag bin ich Tierpflegerin in Skansen geworden. Ich sitze in einem Bärengehege bei zwei Braunbärenjungen. Sie haben dunkle Augen. Der Bärenwärter steht neben mir und sagt: "Sie kommen aus den Bergen oben in Nordschweden. Sie waren mutterlos und ganz verloren, als sie gefunden wurden. Du kannst sie pflegen. Ich lasse dich jetzt mit ihnen und gehe zu den grossen Bären. Ruf mich, wenn du etwas brauchst."
Ich gebe den zwei Kleinen zu trinken, nehme sie in meine Arme und flüstere: "Hermann und Dorothea, jetzt bin ich bei euch."
Ich umarme die beiden. Hermann und Dorothea quietschen. Dann gehe ich ans Gitter und schaue auf einen Braunbären: "Belschazzar", rufe ich, "Belschazzar!"
Der Bär richtet sich auf und schaut zu mir herüber. "Du bist ein schöner Bär, Belschazzar. Darum habe ich dir einen schönen Namen gegeben. Aber ich komme nicht zu dir hinüber, sonst denkst du, da kommt etwas zum Fressen."

Geschichten

"Erzählst du uns eine Geschichte?", fragt Linnéa.
"Was möchtet ihr hören?", fragt Natascha ihre Grosskinder.
"Von dir, Grossmama", sagt Linnéa und setzt sich neben Elias auf das Sofa.
"Ich erzähle euch Geschichten, die ihr von niemand anderem hören könnt. Angefangen hat alles auf einem Schiff", sagt Natascha und beginnt zu erzählen.

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